【歐華作協專欄】謝盛友:卡夫卡沒能進入城堡 (中德雙語)

2018/3/27  
  
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【歐華作協專欄】謝盛友:卡夫卡沒能進入城堡 (中德雙語)

《城堡》(Das Schloß)是一部長篇小說,奧地利小說家卡夫卡寫于1922年的1月至9月,直到他死前都未完成。1926年由卡夫卡的朋友馬克斯•布洛德整理出版。

主人公K半夜踏著積雪來到一個城堡下面歸城堡管轄的村莊,准備進入城堡。他自稱是城堡聘請來的土地測量員,卻又拿不出任何證明,于是遭到了嚴厲的盤查。客棧用電話詢問城堡,得到了答複後,K才被同意留宿。城堡就在附近的山岡上,他卻怎麽也走不到那裏。城堡的主人伯爵人人皆知,卻從未有人見過。城堡辦公廳主任克拉姆也不肯露面,K只能通過他的信使巴納巴斯同他聯系,而巴納巴斯也沒有見過克拉姆本人。爲達到自己的目的,K勾引了克拉姆的情婦弗麗達。K去找村長,村長告訴他聘請K純粹是城堡多年前的一次失誤,安排他去給一個小學校當勤雜工,而學校並不需要勤雜工。在學校裏,K認識了一個叫漢斯的小孩,孩子的母親來自城堡。這引起了K的興趣,想去見孩子的母親,卻引起了弗麗達的嫉妒。巴納巴斯的姐姐奧爾嘉向K訴說了他們家所遭受的不幸。後來城堡通知他,克拉姆的秘書在貴賓飯店等著見他。K經過一番曲折見到了秘書,得到的命令卻是要他把克拉姆的情婦弗麗達送回去。其實,在K同奧爾嘉長談的時候,弗麗達就同K的一名助手私奔了……K用盡心機,東奔西突,但他的一切努力終屬徒勞:K至死都沒有能夠進入城堡。

隨著卡夫卡對自己猶太身份的確認,他對聖城的想往也越來越強烈。他曾表示要去巴勒斯坦旅遊。卡夫卡的小說充滿了他對整個猶太民族命運的沈思。在《城堡》中,K聲稱自己是土地測量員,而“在希伯來語中,這個詞和另一個詞‘彌賽亞’詞形相似,這反映了卡夫卡對彌賽亞教義的理解”。K來到村子裏,隨後被神秘的城堡和進入城堡的重重障礙弄得不知所措,這些構思都具有卡夫卡寓言的特征,人們給了它多重闡釋,但每種闡釋都不能窮盡作品的意義。書中多次提到他對家鄉的思念,即使鄉情也無法動搖已定的決心。K堅定進入城堡的信仰與力量,來自于《聖經》中上帝總會眷顧自己選民的意旨和亞伯拉罕“選民”的優越心態,這也是支撐所有猶太人奮鬥下去的力量源泉,而K進行的努力恰恰暗合了猶太意識中的應許地之說。

《聖經》中巴勒斯坦是上帝賜給猶太人的應許地。盡管那兒不是猶太人最早的棲居地,但他們作爲上帝的選民,必須忠誠于上帝,忠誠于上帝賜給他們的這塊土地,而且要始終堅守,就像他們的祖先亞伯拉罕那樣。因此《聖經》中還蘊含著一個離開故土去異鄉的主題: 從此,追隨上帝到賜給地去發展成爲從亞伯拉罕到雅各,再到摩西所代表的曆代以色列人對上帝的承諾,是他們與上帝簽訂的盟約的主要內容,也是他們世代爲之奮鬥的目標。”  

一九四八年五月十五日,以色列在曆史上消亡了兩千多年之後,誕生在巴勒斯坦這片土地上,成爲猶太民族曆史上的第三聖殿。但于一九二四年六月三日逝世的卡夫卡至死沒能看到猶太人複國,正如他筆下的K雖想方設法但最終沒能進入城堡。

 

Das Schloss (Roman) von Franz Kafka: Das 1922 entstandene Werk wurde 1926 von Max Brod postum veröffentlicht. Es schildert den vergeblichen Kampf des Landvermessers K. um Anerkennung seiner beruflichen und privaten Existenz durch ein geheimnisvolles Schloss und dessen Vertreter.

Zu Beginn des Romanfragments trifft der Protagonist K. in einem winterlichen Dorf ein, das zur Herrschaft eines Schlosses gehört. Gefragt, ob er eine Erlaubnis zum Aufenthalt habe, erklärt er, der bestellte Landvermesser zu sein. Wie aus einem Gespräch mit dem Dorfvorsteher im weiteren Verlauf hervorgeht, wurde die Bestellung eines Landvermessers zwar diskutiert, es bleibt aber ungeklärt, ob eine Berufung K.s tatsächlich erfolgte. So darf er zwar bleiben, aber nur zeitweise als Schuldiener arbeiten.

Das Schloss mit seiner Verwaltung scheint durch einen gewaltigen, undurchschaubaren bürokratischen Apparat jeden Einzelnen der Einwohner zu kontrollieren und dabei unnahbar und unerreichbar zu bleiben. Einer nicht greifbaren bedrohlichen Hierarchie ausgesetzt, an deren Spitze sich die Beamten des Schlosses befinden, gestaltet sich das Leben der Dorfbewohner bedrückend. Bei Überschreitung der Vorschriften droht vermeintlich Schlimmes. Vom Schloss werden aber niemals erkennbare Sanktionen erhoben. K.s ganzes Streben ist darauf gerichtet, sich dem Schloss zu nähern. Doch sämtliche Anstrengungen scheitern. Die Vorgänge zwischen Dorf und Schloss und das untertänige Verhalten der Dorfbewohner bleiben ihm unverständlich.

Anfangs voll Ehrgeiz und Zuversicht, fühlt sich K. zunehmend ohnmächtig angesichts der Undurchschaubarkeit des Systems, in dem er sich befindet. Es zeigt sich am Ende eine gewisse Annäherung an die Dorfbewohner. Nach mehreren Gesprächen mit verschiedenen Frauen aus dem Dorf bricht der Roman ab.

Franz Kafka (1883 – 1924), der aus einer jüdischen Familie aus Prag stammte, hat das Wort Judentum zwar in seinem literarischen Werk nicht erwähnt. Dennoch hegte er eine große Sympathie besonders für die ostjüdische Kultur. Als Erwachsener lernte er Hebräisch und beabsichtigte sogar nach Palästina auszuwandern. Doch sein Gesundheitszustand ließ das nicht zu.

Im Zentrum des Romans steht eine rastlose, beunruhigende Suche: die des Fremden, des Wanderburschen K., dessen Identität auf einen Anfangsbuchstaben zusammengestrichen ist. Nachdem er ein namenloses, weit entferntes Land verlassen hat, in das er vielleicht nicht mehr zurückkehren kann, bemüht er sich nun, wie er behauptet, die Stellung als Landvermesser anzutreten, die ihm die Schlossverwaltung vielleicht zugesichert hat, vielleicht aber auch nicht. Das Schloss selbst thront drohend über dem Dorf, in dem K. eintrifft, und ist Sitz der allmächtigen Behörde im Dienst des Schlossherrn, des Grafen Westwest.

Falls K. tatsächlich vom Schloss eingestellt wurde, dann könnte dies auf einem Irrtum beruhen. In der Mitte des Romans bietet K. jedoch eine andere Version seines Vorhabens an: Er wäre gern unbemerkt, ohne Aufsehen zu erregen, ins Dorf gekommen, um sich irgendwo eine gute sichere Anstellung als Landarbeiter zu verschaffen. Was er wirklich vorhatte, wird nie klar. Aber auch sein bescheidenerer Wunsch wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht in Erfüllung gegangen: Die Dörfler sind roh und feindselig. Gleich bei seiner Ankunft wird ihm erklärt, dass er ohne Erlaubnis des Grafen Westwest nicht einmal über Nacht im Dorf bleiben darf. Am nächsten Morgen öffnet ein wortkarger Bauer von langsamem Verstand ihm die Augen: Gastfreundlichkeit ist im Dorf nicht Sitte, Gäste braucht man dort nicht. «‹Gelegenheit zu einer kleinen Verzweiflung›, fiel K. ein, ‹wenn ich nur zufällig, nicht absichtlich hier stünde.›»

Keiner der Dorfbewohner hat den Grafen je gesehen, und dasselbe gilt wahrscheinlich für die meisten Herren, die zur Behörde gehören. Als Kafka den Grafen erdachte, muss er an den vergreisten, senilen Kaiser Franz Joseph gedacht haben. Der endlose Papierkrieg, die nächtlichen Befragungen und andere Schikanen, mit denen die Herren sich beschäftigen, sind brillante Parodien auf die österreichisch-ungarische Bürokratie, die Kafka offenbar 1922 noch genauso lebhaft in Erinnerung hatte wie 1914, als er über Josef K.s Prozess schrieb.

Schon früh in «Das Schloss» werden die Bedingungen für ein Paradox geschaffen: Einerseits bestätigt ein Brief von Klamm, dem undurchsichtigsten der Herren, einem Mann mit magnetischer Anziehungskraft, dass K. «in die herrschaftlichen Dienste aufgenommen» sei – allerdings in mehrdeutigen Formulierungen. Andererseits wird ihm klargemacht, dass er das Schloss niemals betreten darf. Warum sollte er dorthin gehen wollen, und warum das Verbot?

Auf diese Fragen, die manchmal auf den Kern von K.s Geschichte zu zielen scheinen, gibt es keine Antwort, man erfährt auch nicht, aus welchem Grund K. die anstrengende Wanderschaft überhaupt unternommen hat.

 

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